Rondo MC-Box - SAP Implementation

Seit September letzten Jahres wird in St. Ruprecht, am steirischen Standort der Rondo Ganahl AG, die MC-Box produziert. Die Modul-Verpackung ist ein revolutionäres Konzept für schwere Güter: sie ist die erste holzfreie Alternative zu klassischen Transportboxen mit zahlreichen Konfigurationsmöglichkeiten.

Die MC-Box wird bereits seit Langem am Standort des Unternehmens in Langenenslingen, Deutschland, hergestellt, nun hat Rondo damit auch in Österreich die Produktpalette um dieses Verpackungskonzept erweitert. Sie ist als Schwerlastverpackung konzipiert und besteht aus Wellpappe- und Wabenplatten, die im Spezialverfahren („multicross“) verklebt und nassfest verleimt werden. Durch die gegenläufigen Wellenrichtungen wird eine sehr hohe Stabilität erreicht. Steckmodule aus Metall oder Kunststoff bilden besonders feste Eckverbindungen. Die MC-Box ist für nahezu jedes schwere Transportgut geeignet. Sie steht, je nach Anforderung, auf einem Ladungsträger aus OSB-Platten mit Kufen, lnkapaletten oder Holzpaletten. Außerdem ist die MC-Box in Bezug auf Formate, Bedruckung und auch das Innenleben individuell gestaltbar und wird schon ab einem Stück gefertigt.

 

Wir können mit der MC-Box individuell auf Kundenwünsche reagieren. Das Plattenmaß der Box ist variabel und kann bis zu maximal 2,2 x 6 Meter produziert werden. Statisch ist sie belastbar bis zu 5 Tonnen, dynamisch sind es 2 bis 3 Tonnen. Der Unterbau kann entsprechend der jeweiligen Anforderung gewählt werden. Das Innenleben kann frei nach Kundenwunsch gestaltet werden, zum Beispiel mit Gefache fürs Lager oder auch Einlagen nach den Transportanforderungen des jeweiligen Gutes. Hier arbeiten wir eng mit den Kunden zusammen. Unsere Entwicklungsabteilung fertigt 3D-Entwürfe, stellt Muster her, in die das Produkt eingepasst wird. Und auch bei der Außengestaltung sind wir äußerst flexibel, was Kundenwünsche angeht: wir können die MC-Box auf allen Seiten im Digitaldruckverfahren bedrucken.

Ernst Kogler, Key Account und Category Manager bei Rondo

 

Gerade für Exportmärkte bringt die MC-Box als non-wood-Verpackung einige Vorteile gegenüber den klassischen Holztransportboxen mit sich. Im Gegensatz zu unbehandelten Holzverpackungen gibt es bei Lieferungen in die EU, Kanada, USA, Mexiko und den asiatischen Raum keine Einschränkungen. Zusätzlich spart ihr geringes Eigengewicht Kosten, denn im Vergleich zu Holz erreichen die Kartonschichtplatten bis zu 40 Prozent Gewichtsersparnis. Und durch die modulare Steck-Konstruktion kann die Box mehrmals verwendet werden, fehlende oder beschädigte Module können leicht ausgetauscht werden.

Aicomp bildet die MC-Box in SAP ab

 

Rondo hat Aicomp mit der Erstellung und Implementierung eines geeigneten Konfigurationsmodells für ihr SAP-System beauftragt. Da Rondo bereits den Variantenkonfigurator VCPowerPack der Aicomp im Einsatz hat, lag der Fokus, wie sonst auch bei VCPowerPack-Kunden üblich, auf einer sehr detaillierten Abbildung aller produktionsrelevanten Material- und Arbeitsaufwände im SAP ERP.

Kunden von Rondo sollen von einer schnellen, fehlerfreien und genauen Angebotskalkulation profitieren, die die detaillierten Gestaltungsoptionen der MC-Box widerspiegelt.

Die Abbildung der MC-Box-Produktion in SAP wurde für die Fertigung am Standort St. Ruprecht angestoßen. Die Erkenntnisse wurden durch einen Vororttermin am deutschen Standort des Unternehmens in Langenenslingen gewonnen, wo die MC-Box-Produktion schon lange etabliert ist.

Die Variantenvielfalt der MC-Box

 

Die MC-Box ist individuell gestaltbar was Formate, Bedruckung und auch das Innenleben angeht, so dass hier alle Möglichkeiten offenstehen.

Die Außenkonstruktion besteht im Wesentlichen aus einer Kombination von Wellpappe- und Wabenplatten und den Eckverbindungen. Variationen in der Ausführung entstehen über die Papierqualität bzw. -sorten, verschiedene Produktionsmaße, einer möglichen Bedruckung sowie optionalen Etiketten. Bei Bedarf kann auch eine zusätzlich aufkaschierte Folie (MC-Resist) für feuchtempfindliche Boxen verwendet werden. Die Eckverbindungen (MC-Fix Module) bestehen aus Kunststoff oder Metall.

Für die Unterkonstruktion stehen Paletten, Spanplatten, Inkapaletten und MC- oder Kunststoff-Füße zur Verfügung, die in der jeweiligen Anzahl passend zur Box-Konfiguration abgebildet werden.

Essenziell sind vor allem die Inneneinrichtungen der MC-Boxen. Hierfür sind WP- oder MC-Gefache, Schaumstoffe, VCI-Beutel (Volatile Corrosion Inhibitor) und individuell geplottete Spezialinneneinrichtungen möglich.

Produktionsfaktoren im System abbilden

 

Für die Produktion einer MC-Box sind mehrere Vorgänge notwendig, die auch detailliert im System erfasst werden müssen, um eine valide Kalkulation zu ermöglichen.

 

„Die MC-Box braucht ein flexibles System zur Konfiguration. Die Box an sich bietet bereits zahlreiche Faktoren, die systemseitig abgebildet werden. Unser Anspruch ist allerdings die Abbildung möglichst aller relevanten Ressourcen- und Kostenstellen, die bei einer Produktion anfallen können. Das beginnt bei den variablen Ausführungen der Beschaffung über unterschiedliche Maschinenroutings bis hin zu Anlieferungsmöglichkeiten beim Endkunden. Damit hat letztendlich jeder unserer Kunden ein individuelles Konfigurationssetup, das es ihm ermöglicht, genaueste Produktkonfigurationen und -kalkulationen bereits bei der Kundenanfrage zu erstellen.“

Jörg Helmreich, Partner und General Manager bei Aicomp Germany

 

Bei Rondo unterscheidet sich die Beschaffung für die MC-Box-Produktion zwischen Rohstoffen aus der eigenen Wellpappe-Produktion und dem Einkauf zusätzlicher Teile, wie die MC-Fix-Module, Paletten, oder auch Kunststoffmaterialien für die Inneneinrichtung. Zusätzlich können Zukäufe bei eigenen Produktionsengpässen mitkalkuliert werden.

Im Kaschiervorgang werden die Waben durch eine Leimmaschine geschoben und anschließend zwischen zwei- oder dreiwelligen Wellpappe-Bögen in einer Presse zusammengedrückt. Die entsprechenden Arbeits- und Trocknungszeiten sind im System erfasst.

Beim Trennvorgang muss das fertige MC-Material noch auftragsbezogen zugeschnitten werden. Hier stehen bei Rondo Säge- oder Schneidemaschinen zur Verfügung. Die individuellen Leistungs- und Toleranzparameter der Maschinen sowie der jeweilige Verschnitt finden im Konfigurationsmodell Berücksichtigung. Schnitt- und Sägeabfälle können im Anschluss zur weiteren Benutzung von z.B. MC-Füßen verwendet werden.

Für die eigene Unterbau-Produktion sind die Arbeitsaufwände und Optimierungsspezifikationen der Sägemaschine sowie die notwendigen Schritte in Handarbeit erfasst.

Bei der Konfektionierung sind zwei grundlegende Optionen zu beachten: Die MC-Box kann zusammengebaut oder zerlegt als Bausatz geliefert werden. Der Zusammenbau ist als manueller Vorgang abgebildet. Ein Katalog unterschiedlicher Tätigkeiten mit jeweils einem Zeitwert in Abhängigkeit von Komplexität und Fläche/Größe ist angelegt. Die Gesamtdauer zum Aufrichten einer MC-Box ermittelt sich dann aus der Summe der Einzeltätigkeiten.

Wird die Box zerlegt angeliefert, werden die Materialien platzsparend zusammengelegt. Eine Palettierung ist optional, diverse Verpackungsmaterialien werden mitberechnet.

 

Aicomp Use Case / Wie entsteht ein neues Konfigurationsmodell?

Die MC-Box von Rondo im SAP-System

In diesem Use-Case erfahren Sie, welche Faktoren bei der Produktion und damit in der Abbildung der MC-Box im SAP-System zu beachten waren und welche Schritte zu einem geeigneten Konfigurationsmodell geführt haben.